Wasserbeständigkeit vs. Wasserdichtigkeit
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Wasserdichtheit und Wasserfestigkeit. Was ist der Unterschied zwischen diesen Begriffen und warum ist das bei der Wahl einer Tasche wichtig?
Diese beiden Wörter klingen ähnlich und werden oft synonym verwendet, bedeuten aber etwas ganz anderes. Wenn du jemals trotz einer „wasserdichten“ Tasche mit einem nassen Telefon von einer Tour zurückgekommen bist, ist dieser Artikel für dich.
Wasserabweisend ist nicht wasserdicht
Wasserabweisend bedeutet, dass das Material Wasser effektiv abweist, aber nicht vollständig undurchlässig ist. Stell dir eine Regenjacke vor, die Nieselregen und mäßigem Regen gut standhält, aber nach einigen Stunden starkem Regenguss Feuchtigkeit durchlässt. Sie ist nicht kaputt. Sie tut einfach das, wofür sie entwickelt wurde.
Wasserdichtigkeit ist ein ganz anderes Niveau. Ein wasserdichtes Material lässt überhaupt kein Wasser durch, auch nicht unter Druck, auch nicht über lange Zeit. Diese Eigenschaft ist Produkten wie Taucheranzügen, spezialisierten Elektronikhüllen oder Trockensäcken im Kajakbereich vorbehalten.
Was hat das mit Stoffen zu tun?
Sowohl X-Pac® als auch Cordura sind wasserabweisende, nicht wasserdichte Materialien. Sie sind mit einer DWR-Beschichtung (Durable Water Repellent) versehen, die dazu führt, dass Wasser zu Tropfen zusammenläuft und von der Oberfläche abperlt, anstatt in den Stoff einzudringen. Das klingt gut und funktioniert auch gut, aber das ist eine Eigenschaft des Materials selbst, nicht der fertigen Tasche.
Denn hier kommt der entscheidende Punkt: das Nähen.
Jede Naht ist ein potenzieller Eintrittspunkt für Wasser
Eine Nadel, die den Stoff durchsticht, hinterlässt Löcher. Auch wenn das Material selbst Wasser abweist, bleiben die Nähte eine Schwachstelle der gesamten Konstruktion. Bei Ausrüstung, die volle Wasserdichtigkeit erfordert, werden die Nähte zusätzlich mit Spezialband oder Kleber versiegelt – so werden Expeditionszelte oder Kajaktaschen hergestellt.
Aber wirklich wasserdichte Taschen sind hauptsächlich verschweißte und nicht genähte Produkte. Anstelle von Nadel und Faden werden Materialschichten thermisch oder chemisch verbunden, ohne jegliche Öffnungen. Das ist eine völlig andere Technologie und ein völlig anderes Produkt.
Bikepacking-Taschen können aufgrund ihres Charakters einfach nicht verschweißt werden. Sie haben relativ kleine Abmessungen, spezifische, an Rahmen oder Lenker angepasste Formen und sind stark versteift, um unter Last ihre Form zu behalten. Das Abdichten der Nähte mit Spezialband wäre bei einer solchen Konstruktion selbst mit professionellen Maschinen extrem schwierig, und das Verschweißen würde die Eigenschaften des fertigen Produkts vollständig verändern. Das ist ein bewusstes Design, keine Einsparung.
Atmungsaktivität als Vorteil
Es gibt noch etwas, worüber selten gesprochen wird. Bikepacking-Taschen sind nicht hermetisch dicht, und das ist keineswegs ein Nachteil. Ein atmungsaktives Material lässt Feuchtigkeit nach außen entweichen. In der Praxis bedeutet das, dass eine feuchte Jacke oder verschwitzte Kleidung, die nach Anstrengung verpackt wird, nicht in einem dichten Fach verrottet und stinkt. Die Mikrozirkulation der Luft ist etwas, das man in einem vollständig wasserdichten Beutel nicht erlebt.
Was bedeutet das in der Praxis?
Eine Tasche aus X-Pac® oder Cordura kommt gut mit Regen, Spritzwasser und typischem Tourwetter zurecht. Bei starkem, langanhaltendem Regen kann Wasser durch die Nähte eindringen. Die Lösung ist einfach: Zippbeutel und Drybags für Dinge, die nicht nass werden dürfen. Elektronik, Dokumente, eine zusätzliche Kleidungsschicht, jedes einzeln, jedes gesichert.
Die meisten erfahrenen Radfahrer packen sowieso so. Niemand transportiert schmutzige Kleidung zusammen mit sauberer, nasse Schoner zusammen mit Sandwiches oder ein Telefon lose am Boden der Tasche. Die Aufteilung in Beutel ist einfach eine gute Organisation, egal welche Tasche du hast.
Warum schreiben wir überhaupt darüber?
Weil wir möchten, dass du weißt, was du kaufst. Viele Marken schreiben „wasserdicht“ übertrieben und hoffen, dass niemand nachfragt. Wir bevorzugen einen ehrlichen Text im Blog als einen enttäuschten Kunden auf der Tour.
X-Pac® ist ein außergewöhnliches Material. Unsere Taschen sind strapazierfähig, witterungsbeständig und sehen nach Jahren des Gebrauchs großartig aus. Aber sie funktionieren nicht unter Wasser. Und das ist in Ordnung.